Was kann ich mir leisten?
Einnahmen, Ausgaben und Nebenkosten offen gegenübergestellt — und am Ende die Darlehenssumme, die Ihre Rate wirklich trägt.
In fünf Schritten zur tragbaren Rate
„Was kann ich mir leisten?" ist die erste Frage jeder Finanzierung — und die einzige, die man vor der Objektsuche beantworten sollte. Eine Bank stellt sie sich genauso, nur nennt sie das Ergebnis Haushaltsrechnung. Der Weg dorthin hat fünf Schritte, und dieser Rechner geht sie offen nachvollziehbar.
Schritt 1 bis 3: Einnahmen, Ausgaben, freier Betrag
Auf der Einnahmenseite stehen die Nettoeinkommen aller Beteiligten, das Kindergeld von 259 € je Kind und Monat sowie sonstige regelmäßige Einnahmen wie Unterhalt oder Mieteinnahmen. Dagegen stehen drei Ausgabenblöcke: die Lebenshaltungspauschale, Ihre laufenden Ausgaben für Versicherungen, Auto, Telefon und Sparraten sowie die Raten bestehender Kredite. Was übrig bleibt, ist der freie Betrag — das Geld, das für das Wohnen zur Verfügung steht.
Die Lebenshaltungspauschale ist ein Erfahrungswert, kein Gesetz
Hier ist Ehrlichkeit wichtiger als eine glatte Zahl: Für die Lebenshaltungspauschale gibt es keine amtliche Quelle. Jede Bank legt ihre Sätze intern fest und veröffentlicht sie nicht. Was am Markt üblich ist, lässt sich aber benennen: 600 bis 800 € für die erste Person und 200 bis 300 € für jede weitere — unabhängig davon, ob es sich um einen Erwachsenen oder ein Kind handelt. Die Schieberegler decken diese Bandbreite ab; voreingestellt ist jeweils die Mitte. Zur Einordnung: Der Bürgergeld-Regelbedarf für Alleinstehende liegt 2026 bei 563 € und deckt keine Wohnkosten. Die Bankpauschalen liegen also nur wenig über dem Existenzminimum, nicht auf dem tatsächlichen Durchschnittsniveau — das Statistische Bundesamt weist für einen Einpersonenhaushalt 2.042 € Konsumausgaben aus, allerdings einschließlich Wohnen.
Schritt 4: die Nebenkosten — offen abgezogen, nicht versteckt
Der häufigste Fehler in Machbarkeitsrechnungen: Der freie Betrag wird vollständig in die Kreditrate gesteckt. Ein eigenes Haus verursacht aber laufende Kosten, die nichts mit dem Darlehen zu tun haben. Dieser Rechner setzt dafür 4,00 € je Quadratmeter und Monat an und zieht sie sichtbar ab. Ein Beispiel: Bleiben Ihnen 1.500 € und planen Sie mit 100 m², so sind das 400 € Nebenkosten — für die Kreditrate bleiben 1.100 €.
In diesen 4,00 € stecken Grundsteuer, Gebäude- und Haftpflichtversicherung, Strom, Gas und Wasser, Heizung, Müllabfuhr, Schornsteinfeger, das Hausgeld beziehungsweise die Instandhaltungsrücklage und kleinere Reparaturen. Der Ansatz ist bewusst nicht knapp gerechnet: Der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds nennt für Mietwohnungen 2,67 € je m² und Monat warm — dort fehlen aber Instandhaltung und Verwaltung, die jeden Eigentümer zusätzlich treffen. Allein die Instandhaltungsrücklage liegt nach § 28 der Zweiten Berechnungsverordnung je nach Gebäudealter bei 7,10 bis 11,50 € je m² und Jahr, also 0,59 bis 0,96 € je Monat. Wer mit 3,50 € rechnet, rechnet sich das Vorhaben schön.
Woher die Wohnfläche kommt, wenn Sie keine eintragen
Sie können Ihre Wunschfläche eintragen. Bleibt das Feld auf 0, setzt der Rechner einen Richtwert nach Haushaltsgröße an: Die Wohnraumnutzungsbestimmungen Nordrhein-Westfalens nennen 50 m² für eine Person und je weitere Person 15 m² mehr; für Eigentümer sieht dieselbe Vorschrift einen zusätzlichen Raum vor, wofür wir weitere 15 m² ansetzen. Für drei Personen sind das 95 m² — nahe am bundesweiten Durchschnitt von 94,0 m² je Wohnung. Die verbreitete Angabe „45 m² für eine Person" stammt aus anderen Bundesländern und gilt in NRW nicht.
Schritt 5: von der Rate zur Darlehenssumme
Aus der tragbaren Rate wird die mögliche Darlehenssumme mit der Startformel des Annuitätendarlehens: Darlehen = Rate × 12 × 100 ÷ (Sollzins + anfängliche Tilgung). Bei 1.100 € Rate, 4,00 % Zins und 2,0 % Tilgung ergeben sich 220.000 €, bei 3,25 % Zins rund 251.000 €. Deshalb steht im Ergebnis bewusst eine Spanne und keine einzelne Zahl: Ein Viertelpunkt Zinsunterschied verschiebt die mögliche Summe um mehrere zehntausend Euro. Beide Zinssätze sind Eingabefelder und tragen den Hinweis „Annahme, kein Angebot".
Was in dieser Rechnung noch fehlt
Die Darlehenssumme ist nicht der Kaufpreis. Hinzu kommen die Kaufnebenkosten — in Nordrhein-Westfalen 6,5 % Grunderwerbsteuer, dazu Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Maklerprovision. Diese Nebenkosten finanzieren die meisten Banken nicht mit; sie müssen aus Eigenkapital kommen. Umgekehrt erhöht vorhandenes Eigenkapital den möglichen Kaufpreis und senkt zugleich den Zins, weil der Beleihungsauslauf sinkt. Auch eine tilgungsfreie Anfangszeit, Bereitstellungszinsen und Modernisierungskosten bleiben hier außen vor.
Ein positives Ergebnis ist keine Zusage
Banken prüfen zusätzlich Bonität, Beschäftigungsverhältnis, Objektwert und Beleihungsauslauf. Sie rechnen außerdem mit eigenen Pauschalen, die von den hier hinterlegten abweichen. Dieser Rechner sagt Ihnen, in welcher Größenordnung Sie suchen sollten — nicht, was Sie bekommen. Den zweiten Teil klären wir gemeinsam, mit echten Konditionen aus unserem Bankenpool.
Häufige Fragen zum Rechner
Warum rechnet der Rechner mit 4,00 € Nebenkosten je Quadratmeter?
Weil ein Eigentümer mehr trägt als ein Mieter. Der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds nennt 2,67 € je m² und Monat warm, erfasst aber nur die umlagefähigen Kosten. Instandhaltung und Verwaltung kommen bei Wohneigentum hinzu; allein die Instandhaltungsrücklage liegt nach der Zweiten Berechnungsverordnung bei 0,59 bis 0,96 € je m² und Monat. 4,00 € sind damit ein realistischer, nicht schöngerechneter Ansatz.
Was passiert, wenn ich keine Wohnfläche eintrage?
Dann setzt der Rechner einen Richtwert nach Haushaltsgröße an: 50 m² für die erste Person, je weitere Person 15 m² mehr, dazu 15 m² für den zusätzlichen Raum, den die Wohnraumnutzungsbestimmungen NRW Eigentümern zugestehen. Für drei Personen sind das 95 m². Tragen Sie eine eigene Fläche ein, rechnet der Rechner sofort damit.
Warum ist das Ergebnis eine Spanne und keine feste Summe?
Weil die mögliche Darlehenssumme unmittelbar am Zins hängt. Bei gleicher Rate und 2 % anfänglicher Tilgung tragen 1.100 € rund 220.000 € zu 4,00 % Sollzins, aber rund 251.000 € zu 3,25 %. Eine einzelne Zahl würde eine Genauigkeit vortäuschen, die es vor einem konkreten Angebot nicht gibt.
Welche Lebenshaltungspauschale setzt meine Bank an?
Das lässt sich nicht allgemein sagen. Die konkreten Sätze sind Geschäftsgeheimnis und werden nicht veröffentlicht. Marktüblich sind 600 bis 800 € für die erste Person und 200 bis 300 € für jede weitere, wobei keine der etablierten Quellen zwischen einem weiteren Erwachsenen und einem Kind unterscheidet.
Deckt die Darlehenssumme den Kaufpreis?
Nein. Die Kaufnebenkosten kommen obendrauf: in Nordrhein-Westfalen 6,5 % Grunderwerbsteuer, dazu Notar- und Grundbuchkosten und gegebenenfalls die Maklerprovision. Diese Beträge finanzieren die meisten Banken nicht mit. Rechnen Sie deshalb mit Eigenkapital mindestens in Höhe der Nebenkosten.
Ist ein positives Ergebnis eine Finanzierungszusage?
Nein. Der Rechner arbeitet mit Erfahrungswerten der Marktpraxis, nicht mit gesetzlich festgelegten Größen. Die Prüfung Ihrer Kreditwürdigkeit erfolgt ausschließlich durch das finanzierende Institut auf Grundlage vollständiger Unterlagen. Ein positives Ergebnis ist keine Zusage, ein negatives kein Ausschluss.
Die Haushaltsrechnung der Bank
Welche Positionen eine Bank ansetzt und woran Finanzierungen in der Prüfung scheitern.
Kaufnebenkosten in NRW
Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler — was zusätzlich zum Kaufpreis fällig wird.
Eigenkapital richtig einsetzen
Wie viel Sie mitbringen sollten und warum es den Zins senkt.
Die richtige Tilgung wählen
Warum die anfängliche Tilgung über Laufzeit und Restschuld entscheidet.
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Stand: September 2026. Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Beratung; er ist keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Konditionen, Förderbedingungen und gesetzliche Regeln ändern sich laufend.